Trikohlenstoffimin

(Originalartikel unter https://www.astrochymist.org)

Die exotische Carbenverbindung Trikohlenstoffimin (HNCCC) wurde von Kawaguchi und Mitarbeitern im Jahr 1992 mit dem 45-Meter-Teleskop von Nobeyama in TMC-1 entdeckt. HNCCC ist ein weniger stabiles Isomer von zwei bekannten Astro-molekülen, dem Cyanoacetylen (HCCCN) und dem Isocyanoacetylen (HCCNC). Weitere Einzelheiten über das im Experiment gemessene Rotationsspektrum des HNCCC wurden 1993 von Hirahara et al. veröffentlicht; sie berichteten auch über das Spektrum von DNCCC, das 2020 von Cernicharo et al. in TMC-1 nachgewiesen wurde. Trikohlenstoffimin wurde 1997 von Gensheimer in IRC +10216 nachgewiesen und 2022 von Pardo et al. bestätigt.

HNCCC wurde auch im prästellaren Kern L1544 von Vastel et al. (2018) nachgewiesen, aber nicht in Sgr B2(N) von Willis et al. (2020).

Das IR-Spektrum von HNCCC wurde 2001 von Kołos & Sobolewski veröffentlicht. Berechnungen von Osamura et al. aus dem Jahr 1999 zeigten, daß HNCCC und HCCNC aus der dissoziativen Rekombination von HC3NH+ – erstmals 1994 entdeckt – mit einem Elektron entstehen können.

Bei Iminen ist NH durch eine Doppelbindung an ein Kohlenstoffatom gebunden. Andere nachgewiesene Imine sind u.a. Methanimin (CH2NH), Ethanimin (CH3CHNH), E-Cyanomethanimin (E-NHCHCN), Z-Cyanomethanimin (Z-NHCHCN), Z-Propargylimin (Z-HNCHCCH) und Ketenimin (H2CCNH).