Titandioxid (TiO2)

(Originalartikel unter https://www.astrochymist.org)

Die dreiatomige Verbindung Titandioxid, TiO2, wurde, wie 2013 veröffentlicht, in dem roten Überriesen VY Canis Majoris von Kamiński und Mitarbeiter entdeckt. Die Entdeckung beruhte auf ersten, in 2010 mit dem auf dem Mauna Kea gelegenen Submillimeter Array erfolgten Beobachtungen und wurde dann 2012 mit dem IRAM Plateau de Bure Interferometer bestätigt. Jede Einrichtung besteht aus 6 Radioteleskopen. Aus den beiden Durchmusterungen wurden über zwei Dutzend Linien dem TiO2 zugeordnet. Die Entdeckung in VY Canis Majoris wurde zusätzlich mit ALMA durch De Beck und Mitarbeiter in zwei Arbeiten, die 2015 und 2016 veröffentlicht wurden, bestätigt. De Beck berichtete im Jahr 2018 auch von einer unverbindlichen Messung des TiO2 im sauerstoffreichen, Mira-Veränderlichen Roten Riesen R Doradus.

Titan steht in der ersten Reihe der Übergangsmetalle, die auch als d-Block-Elemente bekannt sind. Man kennt nur einige wenige Astromoleküle, die Übergangsmetalle enthalten; dazu gehören TiO, FeCN und FeO.

Literatur

  • Pure rotational spectra of TiO and TiO2 in VY Canis Majoris: Astronomy & Astrophysics, Volume 551, id.A113, 13 pp
  • ALMA observations of TiO2 around VY Canis Majoris: Astronomy & Astrophysics, Volume 580, id.A36, 24 pp
  • ALMA observations of TiO2 around VY Cma: Journal of Physics: Conference Series, Volume 728, Issue 2, article id. 022009 (2016)
  • Circumstellar environment of the M-type AGB star R Doradus. APEX spectral scan at 159.0-368.5 GHz: Astronomy & Astrophysics, Volume 615, id.A8, 66 pp