Methyl-Radikal (CH3)

(Originalartikel unter https://www.astrochymist.org)

Das Methyl-Radikal (CH3) wurde 2000 von Feuchtgruber et al. in Sgr A* (dem galaktischen Zentrum) mit dem Infrared Space Observatory (ISO) entdeckt. Im Gegensatz zu den meisten beobachteten interstellaren Molekülen besitzt das Methyl-Radikal kein Dipolmoment und kann daher nicht mit der reinen Rotationsspektroskopie gemessen werden. Zwei der charakteristischen Rotations-Vibrations-Merkmale des CH3 konnten jedoch beobachtet werden. Knez et al. gaben 2009 die Bestätigung für die Existenz von CH3 mit dessen Messung in NGC 7538 IRS 1 bekannt.

Entgegen den Schlußfolgerungen der VSEPR-Theorie (Valence Shell Electron Pair Repulsion = Valenzschalen-Elektronenpaar-Abstoßung) ist das Methyl-Radikal eben. In der folgenden Abbildung ist für die Schwingungsmode ν2 des CH3 (links) das Bindungsdiagramm für das einfach besetzte 2p-Orbital am Kohlenstoff (Mitte) und für dieses Orbital eine Oberfläche gleicher Elektronendichte (rechts) gezeigt.

Schwingungsmode ν2
Bindungsdiagramm
einfach besetzte 2p-Orbital

X

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Literatur

  • Detection of Interstellar CH3: The Astrophysical Journal, Volume 535, Issue 2, pp. L111-L114
  • High-Resolution Mid-Infrared Spectroscopy of NGC 7538 IRS 1: Probing Chemistry in a Massive Young Stellar Object: The Astrophysical Journal, Volume 696, Issue 1, article id. 471-483 (2009)