Lithiumcyanoacetylid *nicht entdeckt*

(Originalartikel unter https://www.astrochymist.org)

Exotische neue Moleküle werden häufig als Kandidaten für eine mögliche astronomische Entdeckung vorgeschlagen. Im Jahr 2019 berichteten Cabezas und Mitarbeiter über die Untersuchung einer Reihe linearer Cyanoacetylid-Moleküle mit einer Struktur der Form M-C≡C-C≡N, welche die Alkalimetalle Li und Na sowie die Erdalkalimetalle Mg und Ca enthalten. Das leichteste der untersuchten Teilchen war Lithiumcyanoacetylid, LiCCCN (oder LiC3N). Diese Arbeit kombinierte theoretische Vorhersagen, experimentelle Messungen und astronomische Beobachtungen. In einer bei 3 mm durchgeführten Liniendurch-musterung von IRC +10216 wurde nach Rotationsübergängen von J=27-26 bis J=44-43 gesucht, die jedoch nicht entdeckt wurden. Die Obergrenze der Säulendichte sowohl von LiCCCN als auch von NaCCCN liegt bei 8×1010 cm-2.

Bislang wurde im Weltraum noch kein Molekül, das Li enthält, definitiv nachgewiesen. Obwohl es einige Hinweise auf LiH gibt, konnte es bei der jüngsten Suche mit ALMA in Richtung Sgr B2 oder W49N nicht nachgewiesen werden. Offenbar wurde nach anderen Li-haltigen Verbindungen, von denen man annehmen könnte, daß sie im Weltraum vorkommen, wie z. B. LiF, LiCl und LiCN, bisher nicht gesucht.