Astronomie ohne Teleskop – Aufwecken, wenn wir ankommen

Leben auf einem Planeten bringt einige Vorteile mit sich. Schwerkraft etwa. Der einzige Grund, weshalb heisse Luft auf der Erde aufsteigt ist der, dass kältere, dichtere Luft immer abwärts fällt und die wärmere Luft nach oben verdrängt. Auf der Internationalen Raumstation muss jeder nahe bei einem Ventilator schlafen oder er endet letztlich in einer Blase aus dem eigenen ausgeatmeten Kohlendioxid (oder schlimmeres)..
Vielleicht ist so etwas kein Problem für Lebensformen, die sich unter Mikrogravitation entwickelt haben, da sie die ganze Zeit über in Bewegung sind, selbst wenn sie schlafen  so wie Haie in unseren irdischen Ozeanen.
Andererseits ist es unwahrscheinlich, dass Lebensformen, die sich unter Mikrogravitation entwickelt haben könnten, für ihren Stoffwechsel von atmosphärischen Gasen oder Ozeanen abhängig sind, denn hat man eine Atmosphäre oder einen Ozean mit nennenswerter Dichte  dann benötigt man irgendwie eine Art Planet, auf dem alles beginnt. Hmm&
Kann sich also etwas Interessantes bei Mikrogravitation, in der Abwesenheit eines dichten Mediums, entwickeln? Nun, es gibt da die von Sir Fred Hoyle erfundene Schwarze Wolke  diesem etwas von annähernd 1 AU Durchmesser, der Masse des Jupiter und einer erheblich geringeren Dichte als Wasser und der es trotzdem gelungen ist, hyperintelligent zu sein, ungeachtet der wichtigen Frage nach der Geschwindigkeit des Denkprozesses. Ich will damit sagen, das dies für einen Gedanken acht Minuten Laufzeit bedeutet, um die Wolke zu durchqueren. Hmm&
Unser einziges Beispiel dafür, wie Intelligenz auf organischer Basis entstanden sein könnte, legt eine elektrochemische Arbeitsweise nahe, während Intelligenz für die hypothetische Schwarze Wolke eine
elektromagnetische Grundlage erfordert. Letzteres ist in einem Gehirn vorstellbar, dessen Dichte erheblich geringer ist als Wasser. Aber um darin Gedanken zu übertragen, müssten die Wellenlängen in der Grössenordnung von Röntgenstrahlen liegen, um sich erfolgreich durch das dichte organische Gewebe zu bewegen, mit dem wir auf der Erde vertraut sind. Auf dieser Grundlage könnte zu vieles Nachdenken wahrlich zu Krebs führen..
Insofern scheint es eine vernünftige Annahme zu sein, dass sich intelligente, auf elektrochemischer Basis denkende Wesen allgemein auf Planeten entwickeln  aber wir können dennoch die Frage offen lassen, ob eine viel grössere, jedoch langsamere elektromagnetische Intelligenz sich unter geringer Schwerkraft entwickelt.
Und es gibt Gründe, ein Wesen zu beneiden, dass langfristig in einer Umgebung mit geringer Schwerkraft überleben und eine bedächtige sowie beständige Reise zwischen den Sternen mit seinem eigenen Antriebssystem bewältigen kann. Für uns als Intelligenz mit hoher Dichte gibt es eine Zeitgrenze, wie lange wir die spezielle Gravitation geniessen können, in der wir uns zufällig entwickelt haben. Lebensfreundliche Zonen werden nicht ewig bewohnbar sein. Kurzfristig ist die Gravitation eine Quelle der Anziehung von zerstörerischen Meteoriten- oder Kometeneinschlägen  langfristig wird der Heimatstern letztlich untergehen.
Vermutlich ist es am geschicktesten, zuerst einmal ein planetares Verteidigungssystem aufzubauen  denn wie bekannt beträgt die gegenwärtige Population an Dinosauriern auf der Erde exakt null. Auf längere Sicht wird man auswandern müssen  im Idealfall nimmt man so viel wie möglich seines überlebensnotwendigen ökosystems mit. Man weiss nämlich nie, wann ein riesiges, energieverschluckendes ausserirdisches Artefakt erscheint und mit einem Wal kommunizieren möchte.
Von Steve Nerlich in Universe Today. übersetzt von Harald Horneff

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