(Originalartikel unter https://www.astrochymist.org)

Der erste Nachweis von Glycolnitril (HOCH2CN) wurde 2019 von Zeng und Kollegen in dem sonnenähnlichen protostellaren System IRAS 16293-2422B mittels ALMA verlautbart. Der Nachweis basierte auf experimentellen Arbeiten von Margulès und Kollegen, die 2017 erfolglos in Sgr B2(N) nach Glycolnitril gesucht hatten. Das Molekül wurde schließlich 2021 von Ligterink und Mitarbeitern in der SSM1-Wolke in Serpens nachgewiesen, aber geringer vorkommende Isotopenvarianten wurden in der Quelle nicht entdeckt.
Nachfolgende Studien zu Glycolnitril umfassen Modellierungsarbeiten von Zhao und Mitarbeitern, ein von Guerrero-Méndez und Kollegen vorgeschlagener Weg in der Gasphase zur Bildung von Glycolnitril sowie ein von Woon vorgeschlagener Bildungsweg an der Oberfläche von Eis.
Glycolnitril gehört zu der umfangreichsten Sammlung an bekannten Astromolekülen, der Cyanofamilie. Zu seinen alternativen Namen gehören Cyanomethanol und 2-Hydroxyacetonitril.
