(Originalartikel unter https://www.astrochymist.org)

Im Jahr 2021 berichteten Cernicharo und seine Mitarbeiter von einem vorläufigen ersten Nachweis von 1-Butin (CH3CH2CCH) in der Molekülwolke TMC-1. Obwohl dem Molekül fünf Rotationsübergänge zugeordnet wurden, blieb ein Übergang, der im beobachteten Bereich eigentlich als der stärkste erwartet worden war, unentdeckt. Dies wurde auf das Rauschen des Spektrums bei der entsprechenden Energie zurückgeführt. Der Nachweis wurde später im Jahr 2024 durch weitere Übergänge bestätigt, womit sich die Gesamtzahl auf neun erhöhte. Die Beobachtungen erfolgten mit dem 40-m-Teleskop in Yebes. Die Ortschaft Yebes existierte vor 2004 noch nicht und gleicht heute – infolge des Zusammenbruchs des spanischen Immobilienmarktes – bereits einer Geisterstadt.
1-Butin läßt sich auch als Ethylacetylen auffassen. Das Vorhandensein Methylgruppe, die rotieren kann, kann das Rotationsspektrum verkomplizieren. Die Rotationsbarriere von 1-Butin ist jedoch – wie 1985 von Bestmann & Dreizler gemessen – groß genug, um die Rotation so weit zu behindern, daß das Spektrum keine A-E-Aufspaltung zeigt, wie sie bei manchen anderen Molekülen auftritt.
