Originalveröffentlichung am 25.02.2026 zu finden unter: https://science.nasa.gov/mission/webb/latestnews/
Zusammenfassung: Das Teleskop nutzte zwei Instrumente, um atemberaubende neue Aufnahmen des kaum bekannten Nebels PMR 1 zu machen
Astronomen sind begeistert von den neuesten Bildern des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem transparenten kosmischen Schädel haben und das „Gehirn“ im Inneren zeigen. Der Nebel mit der offiziellen Bezeichnung PMR 1 entsteht durch einen alternden Stern, der seine äußeren Schichten abwirft. Webb’s Vorgänger in der Infrarot-Weltraumastronomie, das inzwischen außer Betrieb genommene Spitzer-Weltraumteleskop, hat diesen seltsamen Nebel ebenfalls beobachtet, doch viele seiner Geheimnisse sind noch ungelöst.
Zwei Köpfe sind besser als einer – das zeigen die neuesten Bilder des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA, die neue Einzelheiten eines mysteriösen, kaum erforschten Nebels um einen sterbenden Stern enthüllen.
Der Nebel PMR 1 ist eine Gas- und Staubwolke, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem Gehirn in einem transparenten Schädel hat, was ihr den Spitznamen „Offener Schädel”-Nebel eingebracht hat. Webb hat seine ungewöhnlichen Merkmale sowohl im nahen als auch im mittleren Infrarotlicht eingefangen. Der Nebel wurde vor mehr als einem Jahrzehnt erstmals im Infrarotlicht von einem Vorgänger von Webb, dem inzwischen außer Betrieb genommenen Spitzer-Weltraumteleskop der NASA, entdeckt. Die fortschrittlichen Instrumente von Webb zeigen Details, die das gehirnähnliche Aussehen des Nebels noch verstärken.
Der Nebel scheint verschiedene Bereiche zu haben, die unterschiedliche Phasen seiner Entwicklung zeigen – eine äußere Gashülle, die zuerst weggeblasen wurde und hauptsächlich aus Wasserstoff besteht, und eine innere Wolke mit mehr Struktur, die eine Mischung aus verschiedenen Gasen enthält. Sowohl Webb’s NIRCam (Nahinfrarotkamera) als auch MIRI (Mittelinfrarotinstrument) zeigen einen markanten dunklen Streifen, der vertikal durch die Mitte des Nebels verläuft und ihm sein gehirnähnliches Aussehen mit einer linken und einer rechten Hemisphäre verleiht. Webb’s Auflösung zeigt, daß dieser Streifen mit einem Ausbruch oder Ausfluß aus dem Zentralstern in Verbindung stehen könnte, der typischerweise in Form von zwei in entgegengesetzte Richtungen ausbrechenden Jets auftritt. Ein Hinweis darauf ist besonders deutlich am oberen Rand des Nebels auf Webb’s MIRI-Bild zu erkennen, wo es so aussieht, als würde das innere Gas nach außen ausgestoßen.
Obwohl es noch viel über diesen Nebel zu lernen gibt, ist klar, daß er von einem Stern erzeugt wird, der sich am Ende seines Brennstoff umsetzenden „Lebens“ befindet. In ihrer Endphase stoßen Sterne ihre äußeren Schichten ab. In kosmischen Maßstäben ist dies ein dynamischer und relativ schneller Prozeß. Webb hat einen Moment im Niedergang dieses Sterns eingefangen. Was letztendlich geschieht, hängt von der Masse des Sterns ab, die noch bestimmt werden muß. Ist er massereich genug, wird er in einer Supernova explodieren. Ein weniger massereicher, sonnenähnlicher Stern wird weiterhin Schichten abwerfen, bis nur noch sein Kern als dichter Weißer Zwerg übrig bleibt, der über Äonen hinweg abkühlen wird.
Das James-Webb-Weltraumteleskop ist das weltweit führende Observatorium für Weltraumforschung. Webb wird Rätsel in unserem Sonnensystem lösen, einen Blick auf ferne Welten um andere Sterne werfen und die geheimnisvollen Strukturen und Ursprünge unseres Universums und unseren Platz darin erforschen. Webb ist ein internationales Programm unter der Leitung der NASA und ihrer Partner ESA (Europäische Weltraumorganisation) und CSA (Kanadische Weltraumorganisation).
Offener Schädelnebel (NIRCam und MIRI Ansicht)
- Fast Facts
- Objekt
- Objektname(n): PMR 1, PN G272.8+01.0, Offener Schädelnebel
- Objektbeschreibung: Planetarischer Nebel
- Rektaszension: 09:28:40.9
- Deklination: -49:36:26.6
- Sternbild: Vela
- Entfernung: 5.000 Lichtjahre
- Abmessung: Das Bild hat einen Durchmesser von etwa 2,2 Bogenminuten (etwa 3,2 Lichtjahre)
- Daten
- Instrument: NIRCam, MIRI
- Filter: NIRCam>F150W, F187N, F444W, F470N
- Filter: MIRI>F1000W, F11300W, F1280W, F1800W
- Bild
- Farbinformation: Dieses Bild ist eine Zusammensetzung aus einzelnen Aufnahmen, die vom James-Webb-Weltraumteleskop mit den Instrumenten NIRCam und MIRI aufgenommen wurden. Es wurden mehrere Filter verwendet, um bestimmte Wellenlängenbereiche abzutasten. Die Farbe ergibt sich aus der Zuweisung unterschiedlicher Farbtöne (Farben) zu jedem monochromatischen (Graustufen-)Bild, das mit einem einzelnen Filter verbunden ist. In diesem Fall sind die zugewiesenen Farben für die NIRCam- und MIRI-Ansichten::
- Blau: F150W+F1000W Grün: F187N+F1130W Orange: F444W+F1280W Rot: F470N+F1800W
Über das Bild: Die Unterschiede zwischen dem, was Webb’s Infrarot-Instrumente im PMR 1 „Offener Schädel”-Nebel zeigen und verbergen, werden in dieser Gegenüberstellung deutlich. Durch die NIRCam (Nahinfrarotkamera) von Webb sind mehr Sterne und Hintergrundgalaxien zu sehen, während kosmischer Staub im Licht, das von MIRI (Mittelinfrarotinstrument) eingefangen wird, stärker leuchtet.
Die dunkle Mittellinie, die zu dem charakteristischen gehirnähnlichen Aussehen dieses Nebels beiträgt, ist mit der NIRCam besser zu erkennen, aber ihre offensichtliche Rolle beim Ausstoß von Material am oberen und unteren Rand des Nebels ist in der Ansicht von MIRI deutlicher zu sehen. Die Beobachtung des Kosmos in verschiedenen Wellenlängen des Lichts liefert ein vollständigeres Bild davon, wie das Universum funktioniert.
Offener Schädelnebel (NIRCam und MIRI Kompass-Ansicht)
- Fast Facts
- Objekt
- Objektname(n): PMR 1, PN G272.8+01.0, Offener Schädelnebel
- Objektbeschreibung: Planetarischer Nebel
- Rektaszension: 09:28:40.9
- Deklination: -49:36:26.6
- Sternbild: Vela
- Entfernung: 5.000 Lichtjahre
- Abmessung: Das Bild hat einen Durchmesser von etwa 2,2 Bogenminuten (etwa 3,2 Lichtjahre)
- Daten
- Instrument: NIRCam, MIRI
- Filter: NIRCam>F150W, F187N, F444W, F470N
- Filter: MIRI>F1000W, F11300W, F1280W, F1800W
- Bild
- Farbinformation: Dieses Bild ist eine Zusammensetzung aus einzelnen Aufnahmen, die vom James-Webb-Weltraumteleskop mit den Instrumenten NIRCam und MIRI aufgenommen wurden. Es wurden mehrere Filter verwendet, um bestimmte Wellenlängenbereiche abzutasten. Die Farbe ergibt sich aus der Zuweisung unterschiedlicher Farbtöne (Farben) zu jedem monochromatischen (Graustufen-)Bild, das mit einem einzelnen Filter verbunden ist. In diesem Fall sind die zugewiesenen Farben für die NIRCam- und MIRI-Ansichten::
- Blau: F150W+F1000W Grün: F187N+F1130W Orange: F444W+F1280W Rot: F470N+F1800W
Über das Bild: Diese Bilder des „Offenen Schädel“-Nebels PMR 1, aufgenommen von der NIRCam (Nahinfrarotkamera) und dem MIRI (Mittelinfrarotinstrument) des James-Webb-Weltraumteleskops, enthalten Kompasspfeile, Maßstabsbalken und Farblegende als Referenz. Beachten Sie, daß die Beziehung zwischen Norden und Osten am Himmel (von unten gesehen) im Verhältnis zu den Richtungspfeilen auf einer Karte der Erde (von oben gesehen) umgekehrt ist.
Die Maßstabsleiste ist in Lichtjahren angegeben, also der Entfernung, die das Licht in einem Erdenjahr zurücklegt. (Das Licht benötigt 6 Monate, um eine Entfernung zurückzulegen, die der Länge der Leiste entspricht.) Ein Lichtjahr entspricht etwa 9,46 Billionen Kilometern. Das in diesem Bild gezeigte Sichtfeld hat einen Durchmesser von etwa 3,5 Lichtjahren.
Diese Bilder zeigen unsichtbare Wellenlängen des Lichts im nahen und mittleren Infrarotbereich, die in Farben des sichtbaren Lichts umgewandelt wurden. Die Farblegende zeigt, welche NIRCam- und MIRI-Filter bei der Erfassung des Lichts verwendet wurden. Die Farbe jedes Filternamens entspricht der Farbe des sichtbaren Lichts, mit der das durch diesen Filter hindurchtretende Infrarotlicht dargestellt wird.
Beobachtungen des Offenen Schädelnebels
Dieses Video vergleicht Infrarotaufnahmen im PMR 1 „Offener Schädel”-Nebel, die von NASA’s ausgemustertem Spitzer-Weltraumteleskop sowie von der NIRCam (Nahinfrarotkamera) und dem MIRI (Mittelinfrarotinstrument) des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA aufgenommen wurden.
Die unscharfe Aufnahme von Spitzer wird durch Webb scharfgestellt. Durch die NIRCam von Webb sind mehr Sterne und Hintergrundgalaxien zu sehen, während kosmischer Staub im Licht, das von MIRI eingefangen wird, deutlicher leuchtet.
Die dunkle Mittellinie, die zu dem charakteristischen, gehirnähnlichen Aussehen dieses Nebels beiträgt, ist in der NIRCam-Aufnahme deutlicher zu erkennen, aber ihre offensichtliche Rolle beim Ausstoß von Material am oberen und unteren Rand des Nebels wird in der MIRI-Aufnahme klarer sichtbar. Die Beobachtung des Kosmos in verschiedenen Wellenlängen des Lichts liefert ein vollständigeres Bild davon, wie das Universum funktioniert.



