N49

(Originalarbeit unter https://chandra.harvard.edu)

Stellarer Granatsplitter in den Folgen einer Explosion zu sehen

X-ray: NASA/CXC/Penn State/S. Park et al. – Optical: NASA/STScI/UIUC/Y.H. Chu & R. Williams et al.
X-ray: NASA/CXC/Penn State/S. Park et al. – Optical: NASA/STScI/UIUC/Y.H. Chu & R. Williams et al.
X-ray: NASA/CXC/Penn State/S. Park et al.
Optical: NASA/STScI/UIUC/Y.H. Chu & R. Williams et al.

  • N49 ist ein Supernova-Überrest in der Großen Magellanschen Wolke, eine Begleitgalaxie der Milchstraße
  • Röntgendaten von Chandra (blau) zeigen unten rechts die Anwesenheit eines geschoßförmigen Objekts
  • Dieses “Geschoß”, das mit 8 Millionen Kilometer pro Stunde fliegt, ist ein Beleg dafür, daß die Explosion äußerst asymmetrisch verlief

Dieses schöne Kompositbild zeigt N49, die Folgen einer Supernova-Explosion in der Großen Magellanschen Wolke. Eine neue, lange Beobachtung mit dem Chandra-Röntgen-Observatorium der NASA, in blau gezeigt, liefert ein Indiz  für ein geschoßförmiges Objekt, das aus dem vom explodierten Stern zurückgelassenen Trümmerfeld herausgeschossen wird.

Ein Forscherteam, geleitet von Sangwook Park an der Penn State University, nutzte Chandra, um N49 für über 30 Stunden zu beobachten und dabei dieses Geschoß zu entdecken. Dieses Geschoß kann in der unteren rechten Ecke des Bildes ausgemacht werden (siehe beschriftete Version) und ist reich an Silizium, Schwefel und Neon. Die Entdeckung dieses Geschoßes zeigt, daß die Explosion, die den Stern zerriß, in hohem Maße asymmetrisch war.

Das Geschoß rast mit ungefähr 8 Millionen Kilometer pro Stunde von einer hellen Punktquelle im oberen linken Teil von N49 weg. Diese helle Quelle kann ein sogenannter soft gamma ray repeater (SGR) sein, eine Quelle mit Ausbrüchen an Gamma- und Röntgenstrahlung. Eine führende Erklärung für diese Objekte ist, daß es Neutronensterne mit extrem starken Magnetfeldern sind. Da Neutronensterne oft bei Supernova-Explosionen entstehen, ist eine Verbindung zwischen SGRs und Supernova-Überresten nicht überraschend. In diesem Fall wird durch die offensichtliche Ausrichtung zwischen dem Weg des Geschoßes und der hellen Röntgenquelle dieser Gedanke untermauert. Jedoch zeigen die neuen Chandra-Daten auch, daß die helle Quelle durch Gas stärker verdeckt wird als erwartet, falls sie tatsächlich innerhalb des Supernova-Überrests liegt. Anders ausgedrückt, es besteht die Möglichkeit, daß die helle Röntgenquelle in Wirklichkeit hinter dem Überrest liegt und sich auf der Sichtlinie zeigt. Ein weiteres mögliches Geschoß ist auf der gegenüber-liegenden Seite des Überrests auszumachen, aber es ist in dem Bild schwerer zu entdecken, da es sich mit der hellen Strahlung – unten beschrieben – aus der Wechselwirkung von Schockfront und Wolke teilweise überdeckt.

Optische Daten vom Hubble-Weltraum-Teleskop (gelb und lila) zeigen helle Filamente, wo die durch die Supernova hervorgerufene Schockwelle mit den dichtesten Regionen in benachbarten Wolken aus kaltem, molekularem Gas in Wechselwirkung tritt.

Mit Hilfe der neuen Chandra-Daten vermutet man, das N49 – wie es in dem Bild erscheint – ein Alter von ungefähr 5,000 Jahren hat und die Energie der Explosion wird auf das Doppelte von der einer durchschnittlichen Supernova geschätzt. Diese vorläufigen Ergebnisse legen nahe, daß die ursprüngliche Explosion durch den Kollaps eines massereichen Sterns verursacht wurde.

  • Kurzinformation:
  • Scale: Image is 1.63 arcmin (about 75 light years) across
  • Category: Supernovas & Supernova Remnants
  • Coordinates (J2000): RA 05h 25m 25.00s | Dec -65° 59´ 22.00″
  • Constellation: Dorado
  • Color Code: X-ray (Blue); Optical (Yellow, Purple)
  • Instrument: ACIS
  • Distance Estimate: about 160,000 light years
  • Release Date: May 24, 2010