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Beobachtungsberichte

Beobachtungen vom Odenwald (21.08.2015)

Bild: Panorama Bullau

Am Freitag, 21. August sandte unser Mitglied Domink Wetzler spontan eine Rundmail an alle. Er wollte in den Odenwald fahren, weil klares Wetter zur Stenbeobachtung einlud. Dominik hatte im Internet recherchiert, wo die Lichtverschmutzung im Rhein-Main-Gebiet gering sein sollte. Bullau im Odenwald, südöstlich von Erbach. Also war das Ziel klar.
Spontan erklärte Hermann Lentke seinen Wunsch mitzukommen. Er konnte sein Wohnmobil, genannt Rudi, mit 230 V Konverter für die Teleskopnachführung, ein kleines Teleskop und natürlich auch eine Übernachtungsgelegenheit beisteuern.

Bild: Blick nach Süden in Bullau

Die beiden verabredeten sich in der Ortsmitte Bulau. Hermann fuhr voraus, um einen geeigneten Standort zu finden. Das war gar nicht so einfach, denn von Bulau gehen sternförmig verschiedene Strassen ab. Nicht immer führen sie in geeignete Gebiete, denn Hobby-Astronomen können nun mal mit Waldwegen wenig anfangen. Beim dritten Versuch traf Hermann auf einen sehr freundlichen Radfahrer, der beim Bullauer Bild wohnte. Er bot an, dort zu beobachten. Es wäre kein Problem das Wohnmobil dort abzustellen und von einer grossen Wiese aus hätte man einen super Ausblick auf den Nachthimmel. Dort angekommen gefiel der Standort wirklich und so wurde schnell der kleine 11 cm Spiegel zur Mondbeobachtung neben dem Rudi aufgestellt. Die Luft war perfekt ruhig und das Bild im Teleskop zeigte den Mond perfekt wie auf Kunstdruckpapier.

Bild: Wildentenhaufen (Rohbild, ohne Bearbeitung)

Es wurde dunkel und Dominik mit seinem 25 cm Teleskop kam nicht bei. Leider erwies sich das Mobilfunknetz zur Absprache als löchrig und eine Sprachverständigung zwischen unseren beiden Beobachtern kam nicht zu Stande. SMS musst her und mit etwas Verspätung traf Dominik am ehemaligen Gasthaus Bullauer Bild neben der grossen Wiese ein. Der Aufbau lief planmässig ab, die Justage auf den Polaris und dann die Nachführung arbeiteten erwartungsgemäß.

So wurden schnell einige „Klassiker“, wie der Andromeda Nebel oder die „Hexenhand“ angeschaut. Einige kurz durchziehende Schleierwolken trübten den wirklich exzellenten Himmelsanblick nicht. Man war sich einig, einen überaus wertvollen Beobachtungsplatz gefunden zu haben und Dominik machte zahlreiche Aufnahmen mit der Spiegelreflexkamera.

Bild: Kassiopaia (Rohbild, ohne Bearbeitung)

Nach und nach stimmte leider die Justage bei Dominiks Teleskop nicht mehr ganz und so wurde über die Ursache debattiert. Wahrscheinlich war der leicht feuchte Wiesenuntergrund zu nachgiebig. Hier könnte man beim nächsten Beobachtungsabend Optimierungsversuche mit unterlegten Platten anstellen.

Gegen Mitternacht fanden sich drei freundliche Beobachter aus dem Wohnhaus ein. Sie waren nicht nur „sternkompetent“, sondern halfen auch noch mit einem Hocker aus. Bis 1.30 wurde dann der imposante Himmelsanblick genutzt. Dann zwang Kälte und Feuchtigkeit zum Rückzug in den Rudi. Alles in allem war es ein gelungener Ausflug, der bei Gelegenheit zur Wiederholung auch in größerem Kreise einlädt.

Autor: Hermann Lentke

Beobachtungsabend am 06.06.2014

Was machte der kleine Orion am 06.06.2014 im Golf von Mexico – Er erfreute sich besten Seeings…

.. aber das wußten wir noch nicht als wir gegen 22:30 die Beobachtungsplattform der Sternwarte betraten. In der späten Dämmerung zeigten sich Mars, Spica und Arkturus am Südhimmel, Vega im Osten, sowie die Sterne von Ursa Major im Nordwesten deutlich und ohne nennenswerte Szintillisation so dass wir in Erwartung einer guten Beobachtungsnacht an die Teleskope gingen.

Bild: GC7000-20140606_1

Robert, der zuvor eine Besuchergruppe mit auf eine Reise durchs Universum genommen hatte, setzte diese an seinem 6“-Refraktor mit einem Trip zu den Planeten fort. Mars und vor allem Saturn mit seinem gut sichtbaren Ringsystem sorgten für große Begeisterung und angeregte Diskussion unter den Besuchern. Alexander kalibrierte in der Zwischenzeit den 14“-Newton und Dominik begab sich an seinen 8“ Skywatcher, ich kämpfte unterdessen mit dem Kabelsalat an meinem 6“ den ich für die Astrofotografie einrichtete.

Eigentlich schwebte mir die Makarianische Galaxienkette oder eine Übersichtsaufnahme von M81/M82 vor, doch als sich nach einem guten Stündchen anschließen von Kamera, Laptop und Autoguider sowie dem Beantworten neugieriger Fragen der Schwan über die Bäume im Ostnordosten erhob, war klar welches Motiv es in dieser Nacht werden würde, schließlich hatte ich mir den kurzen f/4 extra für die Ablichtung so ausgedehnter Nebelfelder wie NGC 7000 zugelegt. Leider spielte mir im Verlauf der Nacht die Technik einen Streich, so dass ich nach ca. einer Stunde Belichtungszeit neu ansetzen musste, so dass ich am Schluss mit zwei Stunden Gesamtbelichtungszeit mit zweimal einer dastand.

Bild: GC7000-20140606_2

In der Zwischenzeit hatte Alexander visuell mit 14“ am Nordamerikanebel versucht, allerdings ließen sich das Sternentstehungsgebiet bestenfalls erahnen. Dafür zeichnete sich der Ringnebel scharf und kontrastreich am Himmelshintergrund ab, mit dem 17mm Okular war sogar der weiße Zwerg im Zenrum gut zu erkennen. Ein echtes Highlight stellte dann der Doppelstern Albireo ab, der mit seinen extrem langen Spikes und seinem schönen Farbkontrast zwischen Orange und Blau ein ästhetischer Genuss war. Die Reise ging nun weiter zu M82, leider war die Supernova schon verblasst, dafür hatte Dominik mit seinem 8“ den Kometen Panstarrs gefunden. Etwas später in der Nacht zeigte dann M13 seine sternenreiche Pracht abschließend im 14“.

Gegen 03:00 Uhr waren dann neben 24 Lights zu 10 Minuten auch die 5 Darkframes gemacht und ich konnte müde aber zufrieden über eine schöne und erfolgreiche Beobachtungs-/Fotonacht nach Hause fahren.

Was der kleine Orion in der Nacht getrieben hat kann man auf dem angehängte Fotos sehen …

Autor: Mirko Boucsein

Beobachtungsabend am 24.05.2014

Zum ersten Mal seit langer Zeit hatten wir fast ideale Bedingungen für die Deep-Sky-Beobachtung. Es war sehr klar und nach Mitternacht war sogar die Milchstrasse im Schwan und die Schildwolke gut zu sehen. Alex und Dominik hatten jeweils ihr 8" Newton (Dobson mit f/6 und EQ-6 mit f/5) mitgebracht, so daß uns von 8" bis 14 "ein breites Spektrum an Geräten zur Verfügung stand.

Zum Auftakt unseres Beobachtungsabends wurden Mars und Saturn noch in der Dämmerung unter das Okular genommen, jedoch war das Seeing ziemlich schlecht, so dass wir nicht allzuviel Details auf den Planetenscheiben ausmachen konnten. Immerhin zeigte sich auf Mars die Syrtis Major Region und das helle Hellasbecken (mit Reif oder Nebel). Bei Saturn waren die Monde Titan, Rhea, Thetys und Dione gut auszumachen. Die Cassinteilung aber nur in wenigen Momenten guten Seeings vollständig zu erkennen.

Nachdem es gegen 23:30 Uhr vollständig dunkel geworden war, ging es auf Galaxienjagd. Im Coma-Virgohaufen wurden nacheinander M99, M100 und M98 eingestellt. Im 9,25" und im 14" waren zwar die hellen Kernbereiche und auch die schwächeren Außenbereiche gut zu sehen, aber Hinweise auf die Spiralstruktur konnten wir bei M100 auch im 14" Newton nicht ausmachen, Soviel gibt unser Himmel in DA dann doch nicht her. Zum Schluß der Coma-Virgohaufen-Tour beobachteten wir noch M84/M86 und die gigantische elliptische Galaxie M87, die allerdings visuell wenig spektakulär ist.

Andreas stellte dann noch eine Reihe anderer Galaxien im 14" Newton ein, darunter die beeindruckende Hering-Galaxie (NGC 4631), die wir unbedingt noch mit dem neuen Newton fotografieren müssen! Dominik gelang es nach einigem Suchen schließlich im 8"-Newton den Kometen Panstarrs einzustellen sowie die Sombrero-Galaxie M104 anzufahren. Trotz der südlichen Lage, war das zentrale Staubband im 8" Newton deutlich zu erkennen.

Die Krönung dieser Beobachtungsnacht war allerdings der Anblick des Cirrus-Nebels (NGC 6960/6992/6995) im 14"-Newton mit OIII-Filter mit dem neuen 17 mm Ethos-Okular (jetzt einstimmig wegen des 100° Feldes "Dekadenz-Okular" genannt). Der Hexenhand (NGC 6992/95) genannte Teil dieses Supernova-Überrests zeigte eine Unzahl feiner Detail und Filamente (müssen wir unbedingt fotografieren !). Hier kann man mit 108facher Vergrößerung die Filamente schön langsam abfahren und durch dieses “field sweeping” immer neue Details erkennen. Wir konnten uns von dem Anblick kaum losreißen und probierten die verschiedenen OIII-Filter und Großfeldokulare (u.a. 41 mm Panoptic) an diesem Objekt aus.

Mit fortschreitender Nacht wurde das Seeing besser, so dass bei einem späteren Blick auf Saturn die Cassini-Teilung mit dem 8" Newton deutlich und beständig erkennbar war, genauso wie das farblich abgesetzte Zentralband auf der Planetenoberfläche. Schließlich richteten wir noch die Geräte auf Epsilon Lyrae (Doppel-Doppelstern). Mit den 8" Newton konnte man die eng beieinander stehenden Sterne AB und CD bei hoher Vergrößerung (ca. 200x) noch auflösen, mit dem 14" Newton war dies dank der größeren Öffnung über einen weiten Vergrößerungsbereich möglich. Da Epsilon Lyrae übrigens nicht direkt über die GoTo-Steuerung auswählbar ist, hat sich Alex beim Aufsuchen durchs Okular am 14" Newton noch kurzzeitig seine Dunkeladaption durch einen ungewollten Blick auf Wega ruiniert.

Zum Abschluss der Nacht wurden noch der Schwanennebel (M17) und der Adlernebel (M16) eingestellt. Leider ist bei diesen tief im Süden befindlichen Objekten nicht mehr die volle Apertur des Newtons zu gebrauchen, da die Mauer der Plattform im Weg ist. Trotzdem war der Anblick noch beeindruckend. Selbst M8 konnte Andreas noch kurzzeitig einstellen, wenn auch nur noch mit 1/4 der verfügbaren Apertur.

Gegen 2:30 Uhr morgens haben wir schließlich diesen beeindruckenden Beobachtungsabend beendet.

Als Zusammenfassung die im Laufe der Nacht beobachteten Deep-Sky Objekte:

  • M64 “Black-Eye-Galaxie” (Com)
  • M98 Galaxie (Com)
  • M99 Galaxie (Com)
  • M100 Galaxie (Com)
  • NGC 4631 “Heringsgalaxie” (Com)
  • NGC 4559 Galaxie (Com)
  • NGC 4565 Edge-On-Galaxie (Com)
  • M81 “Bodes Galaxie” (UMa)
  • M82 “Starburst-Galaxie” (UMa)
  • M101 “Feuerrad-Galaxie” (UMa)
  • M108 Galaxie (UMa)
  • M27 “Hantel-Nebel” / Planetarischer Nebel (Vul)
  • M57 “Ring-Nebel” / Planetarischer Nebel (Lyr)
  • M97 “Eulen-Nebel” / Planetarischer Nebel (UMa)
  • NGC 6894 Planetarischer Nebel (Cyg)
  • NGC 6905 Planetarischer Nebel (Del)
  • NGC 7008 Planetarischer Nebel (Cyg)
  • M8 “Lagunen-Nebel” / HII-Region (Sgr)
  • M16 “Adler-Nebel” / HII-Region (Ser)
  • M17 “Schwanen-Nebel” / HII-Region (Sgr)
  • NGC 6888 “Crescent-Nebel” / Wolf-Rayet-Nebel (Cyg)
  • NGC 6960 “Cirrus-Nebel” (Westhälfte) / Supernovarest (Cyg)
  • NGC 6992/6995 “Cirrus-Nebel” (Osthälfte) / Supernovarest (Cyg)

Autor: Dr. Robert Wagner, Andreas Domenico

Beobachtungsabend am 02.03.2013

Der erste Beobachtungsabend in diesem Jahr bot noch einmal eine gute Gelegenheit, die hellen Sternhaufen in der Wintermilchstraße anzuschauen. So machten wir einen Steifzug durch Puppis und konnten M46 und M47 von der Plattform aus beobachten.
Der reiche offene Sternhaufen M46 mit dem planetarischen Nebel NGC 2438 ist immer wieder ein interessantes Objekt. Der Nebel war im 9,25 " SCT problemlos auch ohne UHC-Filter zu erkennen. Laut Literatur ist er nicht Bestandteil des Clusters, könnte aber aus einem Stern entstanden sein, der einst aus diesem Cluster herausgeschleudert wurde.

Bild: Eskimonebel Zeichnung am 05.03.2013

Als weiteren PN hatten wir NGC 2392, den Eskimonebel im Visier. Hier ließ sich im 12" Newton bereits eine Andeutung der dunklen Strukturen erkennen, die die Kapuze des Eskimos ausmachen.
Ansonsten waren wir auf Galaxientour: Das Leotrio mit M65, M66 und NGC 3628 wurden in Christians 8" Newton und dem 9,25" SCT eingestellt. Heinz lieferte M81 und M82 im 12" Newton nach. Zum Schluß bot sich noch ein Blick auf die Sombrero-Galaxie M104 in Virgo.

Bild: Jupiter am 02.03.2013

Zwischendurch konnte ich durch das 9,25" SCT noch 2 Jupiteraufnahmen machen. Der GRF war visuell bereits gut zu erkennen. Das Seeing war allerdings nicht besonders gut. Ich habe eine dieser Aufnahmen einer vom vergangenen November gegenübergestellt. Man erkennt deutlich, daß sich das STB gegenüber dem GRF verschoben hat. So liegt der Red Spot Junior jetzt nicht mehr in der Nähe des GRF. Am Westrand der Jupiterscheibe macht sich zudem eine stärkere Randverdunkrelung bemerkbar, da jetzt schon 3 Monate seit der Opposition vergangen sind (Phaseneffekt).
Auch ist das Jupiterbild vom 02.03. fast genauso groß wie das vom 19.11., obwohl das 9,25" SCT eine deutlich längere Brennweite als das 8" SCT hat. Dies liegt daran, daß der scheinbare Durchmesser der Jupiterscheibe mittlerweile von 48" auf 38" geschrumpft ist.

Auf der Heimfahrt gegen 12:30 Uhr bot sich mir dann noch der Anblick des aufgehenden Mondes, der sich kurz vor dem letzten Viertel befand.

Bleibt zu hoffen, daß das Wetter die nächsten Monate uns noch ein paar klare Nächte wie diese bietet.

Autor: Dr. Robert Wagner

Jupiter am 19.11.2012

Bild: Jupiter am 19.11.2012

Anbei die Ausbeute von gestern Abend. Die Luft war zwar extrem feucht und nach 22:00 Uhr zog langsam Nebel auf, aber dafür war das Seeing nicht schlecht.

So hatte ich, nachdem ich von der Arbeit gekommen war, gegen 20:30 Uhr das C8 auf dem Balkon aufgebaut und war doch überrascht, wieviel Details man schon visuell bei 130facher Vergrößerung beobachten konnte. Der GRF (Transit gegen 20:51 Uhr) war auf Anhieb zu erkennen.

Auf den Bildern erkennt man neben dem Großen Roten Fleck noch das orangefarbene Oval BA (auch Red Junior genannt) sowie viele Details in den Bändern und Zonen. Hoffentlich haben wir noch viele Nächte wie diese.

Autor: Dr. Robert Wagner

Beobachtungsabend am 28.04.2012

Gestern abend bot sich trotz leichter Cirrusbewölkung und des doch schon ziemlich hellen Mondes seit langem einmal wieder die Gelegenheit zur Beobachtung auf der Sternwarte.

Zunächst bot sich der Blick auf Venus mit Roberts 10"-Newton und dem Nemec. Die Sichel ist mittlerweile schon recht schmal geworden. Noch ist Venus gut am Abendhimmel zu sehen. Im Laufe dieses Monats wird ihr Winkelabstand zur Sonne aber schnell abnehmen und für uns ist sie dann am Abendhimmel wegen der Bäume kein beobachtbares Objekt mehr. Am 4./5.Juni erfolgt der Transit vor der Sonne.

Der scheinbare Durchmesser der Marsscheibe hat im Laufe dieses Monats stark abgenommen. Leider war das Seeing zu schlecht um ein paar Aufnahmen zu machen. Es blies ein böiger warmer Wind aus Osten, der sich manchmal wie der Luftzug eines Föns anfühlte.

Auch Saturns Anblick war wegen des schlechten Seeings eher enttäuschend. Immerhin sind die Ringe wieder deutlich weiter geöffnet als während der letzten 3 Jahre. Das Maximum wird 2017 erfolgen.

Zum Abschluss haben wir noch ein paar Deep-Sky-Objekte beobachtet: Eine kurze Tour durch die Kugelsternhaufen M13, M92. M3 und die Black Eye Galaxie M64. Gegen 24:00 Uhr zogen aus Südwesten dichtere Wolken auf und wir packen zusammen und fuhren heim.

Autor: Dr. Robert Wagner

Die Supernova in M101

Ein nahe gelegener Stern ist explodiert und Teleskope auf der ganzen Welt werden darauf ausgerichtet, um das Ereignis zu verfolgen. Die als SN 2011fe katalogisierte Supernova wurde am 24.08.2011 im Zuge der Palomar Transient Factory (PTF) Himmelsdurchmusterung unter Einsatz des 1,2-m-Samuel-Oschin-Teleskops in Kalifornien entdeckt. Das schnelle Wiederauffinden macht das Objekt zu einer der Supernovae, die schon kurz nach Beginn beobachtet werden konnten. Sie erschien in der Feuerrad-Galaxie Messier 101 die nur ca. 21 Millionen Lichtjahre entfernt liegt. Die Supernova ist damit eine der am nächsten gelegenen der letzten Jahrzehnte. Schnelle Folgebeobachtungen geben schon jetzt einen klaren Hinweis darauf, dass SN 2011fe eine Supernova vom Typ Ia ist, bei der die Detonation eines Weißen Zwergs nach immer dem gleichen Muster abläuft, so dass dies hilft, die Expansionsgeschichte des gesamten Universums zu eichen. Die Untersuchung eines solch nahen und jungen Ereignisses kann neue und einzigartige Anhaltspunkte erbringen.

Bild: Supernova in M101 - 02.09.2011

2011 ist das Jahr der hellen Supernovae in Messier-Galaxien. So war bereits am 31. Mai in der "Whirlpool-Galaxie" Messier 51 im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici) eine Supernova (SN 2011dh) erschienen, die sich von anfangs 13,9 mag bis auf eine Helligkeit von 12,5 mag steigerte und damit schon leicht mit Amateurmitteln beobachtbar wurde.

Am 24. August wurde dies dann von der Supernova SN 2011fe übertroffen, die sich in der "Feuerrad-Galaxie" Messier 101 im Sternbild Großer Bär (Ursa Maior) ereignete. Zwei helle Supernovae in zwei relativ nahen und daher gut beobachtbaren Galaxien, die dann auch noch ziemlich in der selben Himmelsregion liegen, ist ein mehr als erstaunlicher Zufall.

Bild: Supernova in M101 - 30.08.2011

Die Supernova SN 2011fe übertraf SN 2011dh um einiges, was auch der Tatsache geschuldet sein dürfte, dass M 101 wesentlich näher liegt als M 51 - die Differenz beträgt ca. 16 Millionen Lichtjahre. Die Helligkeit der Supernova lag bei ihrer vollautomatisierten bzw. -computerisierten Entdeckung im Rahmen des Palomar Transient Factory Survey noch knapp über 17 mag , nahm allerdings in den folgenden Tagen rapide zu und überschritt Anfang September die 10 mag--Grenze. Um den 12. September herum erreichte die Lichtkurve ihr Maximum von 9,9 mag. Anfang September 2010 hatte die SN 2011fe immer noch ca. 11. Grösse. Damit ist die SN 2011fe die hellste Supernova seit der SN 1987A in der Großen Magellanschen Wolke.

Bild: Supernova in M101 - 10.04.2011

Selbst in kleineren Teleskopen wurde SN 2011fe als heller Stern in den Außenbereichen der Galaxie sichtbar. Einige Beobachter konnten sie ohne Probleme in einem 60-mm-Refraktor sehen. Allerdings ist ihre Heimatgalaxie bei dieser Öffnung noch nicht sichtbar...

Autor: Dr. Robert Wagner, Bernhard Schlesier

Die Jupiter-Opposition 2011

Am 29. Oktober 2011 durchlief Jupiter seine diesjährige Opposition. Bereits Wochen vorher war er - neben der Supernova SN 2011fe und dem Kometen C/2009 P1 Garradd - zu einem Hauptziel der visuellen und fotografischen Beobachter der VSD geworden, deren Ergebnisse Sie hier bewundern können.

Autor: Dr. Robert Wagner, Bernhard Schlesier

Bild: Jupiter - 29-11-2011 Bild: Jupiter - 02-10-2011